132. Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell Innerrhoden

Ivo Bischofberger zum Ehrenmitglied ernannt

Die Mitglieder vom Bauernverband Appenzell haben alt Ständerat Ivo Bischofberger für einen aktiven Einsatz für den Bauernstand zum Ehrenmitglied ernannt. Die statutarischen Geschäfte wurden zügig abgehandelt. Auch der Ackerbau auf Höhenlagen bis über 1000 Meter kam zur Sprache.

Präsident Sepp Koch begrüsste am Freitagabend rund 80 Mitglieder und Gäste zur 132. Hauptversammlung vom Bauernverband Appenzell im Restaurant Alpstein in Appenzell. Die statutarischen Geschäfte gingen reibungslos über die Bühne. Er blickte vor allem nach vorne und erwähnte, dass sich die Landwirtschaft verändere: «Die Landwirtschaft ist je länger je mehr auf Innovationen angewiesen. Zum einem wegen der Politik, die eine Professionalisierung ober aber eine möglichst breite Extensivierung von den Betrieben verlangt. Zum anderen verlangt der Konsument zu jeder Jahreszeit die besten Früchte und Gemüse, das naturnahe Fleisch und mit dem Ausland konkurrenzfähige Milch.» Die Appenzeller Bauern können sich anpassen. Wie schon früher gibt es auch heute noch Betriebsleiter, die in die innere Aufstockung mit Hühner, Truten oder Schweinen investieren und so das Einkommen verbessern. Betriebe mit Mutterkuhhaltung haben sich im Verein «Appenzeller Beef» zusammengeschlossen. Agrotourismus wird angeboten oder der Betrieb so aufgestellt, dass das Einkommen zu einem beachtlichen Teil auswärts erwirtschaftet werden kann.

Erfolgreiche Ausbildung

Im vergangenen Jahr schlossen aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden dreizehn Lehrlinge, sechs Betriebsleiter, drei Agrotechniker und eine Agronomin ihre Ausbildung ab. «Das Jahr war nicht nur im Futterertrag überdurchschnittlich, auch in der Ausbildung ist der Jahrgang für unseren kleinen Kanton überdurchschnittlich», freute sich der Präsident. Die anwesenden Absolventen erhielten ein Anerkennungsgeschenk überreicht. Die Jahresrechnung 2019 präsentiert einen Gewinn von rund 25'000 Franken. Für die Anpassung der Software bezüglich der Erfassung der Mitgliederbeiträge sowie die Aufschaltung des Maschinenpools auf der Webseite des Bauernverbandes fielen einmalige Aufwendungen von rund 5'000 Franken an. Der gesamte Vorstand stellte sich für ein weiteres Jahr zur Verfügung und wurde einstimmig und mit Applaus wiedergewählt: Präsident Sepp Koch, Vizepräsident Walter Mock und die Mitglieder Pius Neff, Bruno Bischofberger, Bruno Schürpf, Thomas Speck und Daniel Wyss. Als langjähriger Redaktor vom «Appezöller Buur» verabschiedet wurde Ernst Rutz vom Schönengrund. Walter Wetter, Verwaltungsratspräsident der Landi Appenzell, berichtete vom Geschäftsverlauf der neuen Landi. Trotz Verlust ist Wetter zuversichtlich: «Es braucht etwa fünf Jahre, bis wir schwarze Zahlen schreiben. Wir sind auf Kurs.»

Neues Ehrenmitglied

«Ivo Bischofberger hat sich während der gesamten Amtszeit als Ständerat für uns Bauern eingesetzt. Vielfach war er für den Bauernverband der wichtigste Vertreter im Stöckli», so Präsident Koch. «Wir Bauern konnten auf ihn zählen. Und noch wichtiger, seine Voten kamen an.» Der Vorschlag des Vorstandes, alt Ständerat Ivo Bischofberger zum Ehrenmitglied zu ernennen, wurde mit kräftigem Klatschen bejaht. Der sichtlich überraschte Ivo Bischofberger dankte: «Die Ehrung freut mich. Es ist eine Wertschätzung für meine Arbeit.» Sie seien oft zusammengekommen, um die Meinung des Vorstandes abzuholen, so Bischofberger rückblickend. Doch trotz des Rücktritts aus dem Ständerat bleibt Ivo Bischofberger der Landwirtschaft erhalten. Er ist Präsident des Schweizerischen Fleischfachverbandes.

Rehkitzrettung

In der Rehkitzsaison 2019 wurden erstmals vier mit Wärmebildkameras ausgerüstete Drohnen zur Rehkitzrettung eingesetzt. Es wurden 104 Kitze behändigt. Die Rückmeldungen fielen positiv aus. Auf die Saison 2020 hin sollen sechs Drohnen zum Einsatz kommen. Der Vorstand des Bauernverbandes hat beschlossen, eine Drohne mitzufinanzieren. «Es ist nicht schön, wenn jemand ein junges Rehkitz vermäht», erklärte der Präsident die Mitfinanzierung. Wildhüter Ueli Nef sprach von einer Win-Win-Situation für Landwirtschaft und Tierschutz. Mit jeder Rettung kann zudem die Gefahr einer Futtermittelverunreinigung minimiert werden.

Ackerbau in Innerrhoden

«Als ich meine Ausbildung zum Landwirt machte, wurde noch von einem Ackerbau in unseren Höhenlage mit unseren Niederschlägen abgeraten. Nun ist es möglich dank neuen Pflanzenzüchtungen und vielleicht auch wegen dem Klimawandel», so Sepp Koch. Im letzten Sommer wurden in Innerrhoden Dinkel, Mais, Emmer und Bergroggen angesät. Lohnunternehmer Andres Zingg aus Gossau zeigte anhand Fotos den Ackerbau im Berggebiet auf. Johann Hersche, der schon einige Jahre selber Ackerbau betreibt, berichtete von seinen Erfahrungen und den Herausforderungen. Herausfordern ist für den Schweizerischen Bauernverbandspräsidenten Markus Ritter die Botschaft zur AP22+. Er sieht wenig Perspektiven für die Schweizer Landwirtschaft. Doch Ritter zeigte sich kämpferisch: «Ich habe heute so viele junge, tolle Leute gesehen, die sich in der Landwirtschaft ausbilden. Wir müssen zusammenstehen.» Landeshauptmann Stefan Müller sprach im Zusammenhang mit dem Coronavirus die globalisierte Wirtschaft an, welche anfällig und abhängig reagiert: «Unsere Landwirtschaft ist durch Bodenhaftung und Stabilität geprägt. Schauen wir auch in Zukunft zu diesen Grundwerten.»

 (Bild und Text : Claudia Manser)

 

 

 

Bei der Bekämpfung von Einjährigem Berufskraut geht es um folgendes

Dieses Jahr sind es noch ca. 120'000. Da sich diese Pflanze pro Jahr trotz mähen derselben
um mindestens Faktor 11 vermehrt, sind es nächstes Jahr 1'3 Mio, dann 11 Mio. usw. (Faktor
40 pro Jahr übrigens ohne oder zu spähtem Mähen)
 

Berufskraut (Erigeron)

Ohne konsequente Bekämpfung breitet sich das Berufskraut sehr
schnell aus. Dieser invasive Neophyt ist besonders konkurrenzstark
auf mageren Flächen und bei trockenen Bedingungen. Dort sollte
das Berufskraut deshalb sofort ausgerissen werden .

09.Juli Ackerbau - Flurbegehung in Haslen

Das Landwirtschaftsamt organisierte am Montag 09.Juli in Zusammenarbeit mit Lohnunternehmer Andreas Zingg und Alfred Sutter von der Bäckerei Böhli eine Ackerbau-Flurbegehung in Haslen.

Das Programm war vielseitig. Sven Studer vom Saatgutunternehmen KWS stellte ein speziell für das Appenzellerland zusammengestellter Sortenversuch Mais vor. Zusammen mit Andreas Zingg konnte eine Parzelle mit Appenzeller Dinkel besichtigt werden. Alfred Sutter berichtete über den sehr positiven Verkauf von Appenzeller Dinkel Produkten in der Bäckerei Böhli. Daniel Wyss, Verantwortlicher für die Hagelversicherung im Kanton, gab einige Informationen betreffend Abschluss einer möglichen Hagelversicherung bei den Ackerkulturen an die Teilnehmer weiter. Zudem anwesend an diesem Abend waren zwei Vertreter vom Bauernverband Appenzell I.Rh..

Bei einem gemeinsamen Apéro, gesponsert von der Bäckerei Böhli konnte man den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Interessierte Landwirte, welche mehr über das Thema Ackerbau im Appenzellerland erfahren wollen, können sich an Rahel Mettler (Landwirtschaftsamt) wenden.

131.Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell 2019

Grüne Elektrozaun-Torgriffe für Appenzell

Die Hauptversammlung des Bauernverbandes Appenzell verlief ruhig und sachlich. Für den demissionierenden Sepp Fässler nimmt neu Daniel Wyss aus Schwende Einsitz im Vorstand. Guido Buob vom Tourismus Appenzell schenkte den Bauern tausend grüne Elektrozaun-Torgriffe.

Die Traktandenliste liess einen ruhigen Verlauf der Versammlung erwarten. Und so war es auch tatsächlich. Im Restaurant Alpstein in Appenzell versammelten sich am Freitagabend Bauern, Jungbauer mit einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss sowie Gäste aus Politik und Verbänden. In seinem Jahresbericht ging Präsident Sepp Koch auf die verschiedenen Aufgaben des Bauernverbandes ein. Neben den Verbandsaufgaben nehmen Vorstandsmitglieder in der Bildungskommission des Lehrstellenverbundes oder des Olma-Beirates Einsitz, vertreten den Kanton in Bern bei der Konferenz der Bauernverbände im Berggebiet. Für verschiedene Gremien wie Schule, Kirche, Bezirk und Grossrat sind Räte zu suchen. «Dieses Jahr sollten 35 Vakanzen in unserem Kanton neu besetzt werden. Wir sind auf der Suche nach bäuerlichen Vertreterinnen und Vertreter», so der Präsident. «Es ist schön, wenn es Leute gibt, die sich für unseren Bauernstand einsetzen.»

 

Erfolgreicher Berufsnachwuchs

«Das Jahr 2018 war geprägt von den drei Stürmen im Januar und dem Sturm Vaia am 30. Oktober, dem sehr warmen und trockenen Frühling, Sommer und Herbst», sagte Sepp Koch im Jahresbericht. Der Schlachtviehmarkt lief bis August sehr gut. Wegen dem Futtermangel gab es im Herbst mehr Schlachtkühe, was auf den Preis drückte. Beim Schweinefleisch ist seit Jahresende eine Erholung des Preises spürbar. «Das sind Auswirkungen der kleineren Produktion ausgelöst durch das Vollspaltenverbot ab September.» Wenig Freude bereitet der Bericht von Avenir-Suisse zur künftigen Landwirtschaft in der Schweiz. Der Jahresbericht sowie die Jahresrechnung mit einem Gewinn von gut 25‘000 Franken wurden diskussionslos genehmigt. Der Verwaltungsratspräsident der Landi Appenzell, Walter Wetter, zeigte sich dankbar über den gelungenen Neubau: «Unser junges Ladenteam hat sich gut eingelebt, das Angebot ist vielfältig.» Noch präsentiert die Jahresrechnung einen Verlust. Doch Walter Wetter ist zuversichtlich, dass die hiesige Landi in etwa fünf Jahren schwarze Zahlen schreibt. Nach neunjähriger Vorstandstätigkeit reichte Beisitzer Sepp Fässler aus Schwende seinen Rücktritt ein. Seine konstruktive Arbeit wurde verdankt. Neu gewählt wurde in Abwesenheit Daniel Wyss ebenfalls von Schwende. Weiter amten im Vorstand: Präsident Sepp Koch, Vicepräsident Walter Mock sowie die Besitzer Pius Neff, Bruno Bischofberger, Bruno Schürpf und Thomas Speck. Der Jahresbeitrag von 50 Franken soll künftig rationeller direkt über das Land- und Forstwirtschaftsdepartement (LFD) eingezogen werden. Sepp Koch erklärte: «Das bedingt, dass jeder Landwirt einen Vertrag mit dem LFD unterschreibt und dieses ermächtigt, den Beitrag einzuziehen.» Die Versammlungsteilnehmer stimmten dieser Neuerung deutlich zu. Auf der Homepage des Bauernverbandes wird ein Tool zur Maschinenvermietung aufgeschaltet. Speziell geehrt wurde der Berufsnachwuchs, welcher erfolgreich eine landwirtschaftliche Lehre oder den Lehrgang als Betriebsleiter Landwirt mit EFA abschloss.

 

Gutes Image

Landeshauptmann Stefan Müller machten einen Blick über die Kantonsgrenze: «Es läuft viel. Es sind verschiedene Themen, die uns beschäftigen.» Das Interesse und Mitspracherecht der Öffentlichkeit an landwirtschaftlichen Themen nehme zu. Die Bevölkerung wolle top Leistungen, zu einem möglichst tiefen Preise. Die Landwirtschaftsbranche sei gefordert, sich in die Denkweise der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung einzufühlen. «Wir müssen unsere Produkte besser anpreisen und kommunizieren, positive Bilder zeigen», so Stefan Müller. Seit sechs Jahren ist Markus Ritter Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes: «Ich habe noch nie eine Zeit mit so vielen politischen Themen erlebt.» Er kam auf die Familienbetriebe, Bundesrat Guy Parmelin oder die Luftreineverordnung zu sprechen. Auch für Ritter ist das positive Image ein wichtiger Grundstein. Nicht immer positiv ist hingegen das Verhältnis zwischen Bauern und Wanderer. «Bei uns reklamieren Wanderer wegen den schlechten Torgriffen. Bauern beklagen sich, dass Zäune offen bleiben», erklärte Guido Buob vom Appenzellerland Tourismus. «Deshalb schenken wir euch Bauern tausend Torgriffe, exklusiv für Appenzell.» Jeder Bauer könne bis fünf Torgriffe beziehen und diese wenn möglich an Wanderwegen montieren. Neben der wiederkehrenden Werbung für Appenzell spielt bei Guido Buob auch der Hintergedanke mit: «E guets get wiede e guets.» Im Anschluss an die Hauptversammlung hielt Thomas Frey, Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) ein Kurzreferat.

Claudia Manser



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